5. September 2026·3 Min. Lesezeit·AIgentic.media

OpenAI veröffentlicht Blockliste für KI-Sprech

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OpenAI veröffentlicht Blockliste für KI-Sprech

OpenAI hat etwas getan, das selten ist für ein KI-Unternehmen: Es hat zugegeben, dass sein eigenes Modell wie KI klingt -- und die genauen Wörter veröffentlicht, die Entwickler nicht verwenden sollen.

Die Dokumentation, die parallel zum allgemeinen Rollout von GPT-6 Astra veröffentlicht wurde, zeigt auf, wo das leistungsfähigste Modell des Unternehmens zu unerwünschtem Verhalten neigt und wie Entwickler gegensteuern können. Im Zentrum steht eine Blockliste von KI-Sprech-Phrasen -- Wörter und Ausdrücke, die einen Text sofort als maschinengeneriert entlarven.

Die Slop-Words-Blockliste

OpenAI nennt sie direkt in der Dokumentation "slop words." Die Liste umfasst:

"Delve into", "promote", "use/leverage", "it's worth noting", "what's important is", "foster", "harness", "in summary" und "Conclusion:" als Überschrift. Auch erfahrene Bindestrich-Konstrukte wie "exact-head checks" oder "editorial-row layouts" sollen vermieden werden.

Das Modell soll "wie ein Mensch schreiben, nicht wie ein KI-Sprachmodell, das versucht, beeindruckend zu klingen", heißt es in der Anleitung. Fachjargon soll auf Fälle beschränkt bleiben, in denen er tatsächlich hilft.

Die Blockliste ist bemerkenswert selbstreflektiert. Jede Phrase auf der Liste ist eine, die OpenAIs eigene Modelle in der Produktion verwendet haben -- und die Nutzer sofort als KI-generiert erkennen.

GPT-6 Astra zu mehr Initiative bewegen

GPT-6 Astra stellt häufiger Rückfragen als GPT-5.6 Sol, was OpenAI als "effektiveren Kollaborateur" beschreibt. Der Nachteil: Das Modell kann übervorsichtig werden und für Routineentscheidungen um Erlaubnis bitten.

Um es zu mehr Initiative zu bewegen, empfiehlt OpenAI einen System-Prompt, der das Modell anweist, die "Absicht" des Nutzers aus dem Kontext zu erschließen und eine "Tendenz zum Handeln" zu zeigen.

Der Debugging-Prompt

GPT-6 Astra folgt längeren Anweisungen besser als seine Vorgänger, reagiert aber auch empfindlicher auf Kontext. Unklare oder widersprüche Anweisungen in Skill-Dateien können dazu führen, dass das Modell die Arbeit blockiert oder unerwartet abweicht.

OpenAI empfiehlt einen spezifischen Debugging-Prompt: Das Modell soll die genaue Skill-Datei nennen und die konkrete Anweisung zitieren, die es zum Innehalten bewogen hat.

Das Test-Übererfüllungssyndrom

Bei Programmieraufgaben führt GPT-6 Astra vor dem Abschluss gründliche Tests durch. Bei kleinen Änderungen kann das bedeuten, dass Test-Suiten ausgeführt werden, die in keinem Verhältnis zur eigentlichen Arbeit stehen.

OpenAI empfiehlt, dem Modell zu sagen, dass es zurückmelden soll, welche Art von Tests für eine Änderung angemessen ist, statt bei jeder Gelegenheit die gesamte Suite zu durchlaufen.

Was das über den Zustand der KI aussagt

Die Slop-Words-Blockliste ist das aussagekräftigste Detail der gesamten Anleitung. OpenAI sagt damit im Grunde: Wir haben ein Modell trainiert, das, wenn man es sich selbst überlässt, Texte produziert, die wie eine KI-Parodie auf sich selbst klingen. Entwickler brauchen eine Verbotsliste, damit es natürlich schreibt.

Das ist bemerkenswerte Offenheit von dem Unternehmen, das ChatGPT betreibt -- das am weitesten verbreitete KI-Schreibwerkzeug der Welt. Es bestätigt, was Nutzer lange vermutet haben: Die unverkennbare KI-Stimme -- die endlosen Aufzählungspunkte, das vorsichtige Absichern, die leeren Konnektor-Phrasen -- ist in den Modellen selbst angelegt, kein Versehen der Prompting-Praxis.

Ob die Blockliste die Ausgabe tatsächlich verbessert oder nur einen Satz sprachlicher Eigenheiten durch einen anderen ersetzt, bleibt abzuwarten. Aber die Tatsache, dass OpenAI es für nötig hielt, eine solche Liste zu veröffentlichen, sagt mehr über den aktuellen Zustand KI-generierter Texte aus als jeder Blogbeitrag über Fähigkeiten.

Quellen

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